Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten – Einladung zum Klassentreffen, 2 Theaterstücke von Martin Schörle

Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten

Der Verwaltungsbeamte Hans Fredenbek hat sich weitgehend aus dem Leben jenseits von Amt und Dienstvorschriften verabschiedet. Er lebt in Dienstvorschriften und immer wirrer werdenden Gedanken, kommt zu immer absurderen Schlüssen und Sichtweisen.

Der Text dieses Ein-Mann-Stückes ist in einem kabarettistischen Ton gehalten, mit deutlich hysterischen Anklängen. 2008 landete es auf dem 2. Platz beim Autorenwettbewerb „Perlen vor die Säue“ des Literaurhaus Hamburgs.

Martin Schörle lässt seinen Hans Fredenbek alle Register ziehen und schreibt sehr plastisch. Theaterstücke sind nicht immer einfach zu lesen und doch glaubte ich diesen Verwaltungsbeamten zu sehen. Ich würde mich sehr freuen, dieses Stück einmal auf der Bühne zu erleben.

Einladung zum Klassentreffen

20 Jahre sind seit dem Abitur vergangen. 20 Jahre ist es hier das Marina und Carsten eine Beziehung hatten. Nun ruft er sie ein, während sie ihre Freundschaft und Gefühle auffrischen, hören diverse Leute, Fahrgäste eines Zuges zu.

Dieses Stück hat mir, nicht so gut gefallen, was an der Vorhersehbarkeit der Grundstory liegt. Davon abgesehen ist es durchaus lesenswert, schon wegen der sehr gut geschriebenen Dialoge.

Das Stück erreichte bei der Spielplanwahl 2012/2013 des Thalia Theaters Hamburg den 8. Platz.

Wer gerne Theaterstücke liest, nach einem frischen, originellen Bühnenstoff sucht, wird hier fündig und sollte Martin Schörle im Auge behalten.

https://www.engelsdorfer-verlag.de/Belletristik/Erzaehlende-Literatur/Nichtalltaegliches-aus-dem-Leben-eines-Beamten-und-Einladung-zum-Klassentreffen::2120.html

Sommerklassikerin: Daphne du Maurier

Die letzten Jahre, habe ich in den Sommermonaten immer einen Klassiker, eine Klassikerin, gelesen. Dieses Jahr möchte ich dies auch tun und habe mich für Daphne du Maurier entschieden. Erst war ich mir nicht sicher, ob sich diese Autorin schon zu den Klassikern zählen lässt, doch da ich sie bereits seit fast fünfzig Jahren lese, will ich sie mal einfach dazu zählen.

Neben ihrer Autobiografiee Myself when young habe ich mich für die folgenden Bücher entschieden.

Ich denke es ist eine feine Mischung und ich werde viel Spaß beim Wiederlesen haben. Die meisten habe ich früher auf Deutsch gelesen, diesmal werde ich sie im Original genießen.

Diese ARTE Dokumentation hat mir übrigens sehr gefallen. Die habe ich mir zur Einstimmung auf mein Projekt angesehen.

Das Asyl zum obdachlosen Geist von Martina Wied

John Kellingrath stimmt in einem mit seiner Familie überein und zwar, dass er in die Irrenanstalt gehört. Nicht weil er wirklich glaubt geistesgestört zu sein, sondern weil er im normalen Leben nicht zurechtkommt. Er sehnt sich nach einem, wie er es nennt, rechten Leben, will seinen verehrten Kirkegaard ins deutsche Übersetzen. Kurz er wünscht sich einen Elfenbeinturm, ein Zimmer, seine Bücher und reichlich Tabak. Seine Familie widert ihn an, seine Ehefrau erst recht und sich selber ist er gram, dass die nach geistigen Leben strebende Seite seiner, regelmäßig von der sinnlichen verraten wird. So liebt er einerseits seine frühere Geliebte Priska Waißnicht, die Baronin, genannt, fühlt sich aber auch von ihr gestört. Ebenso geht es ihn mit dem Anstaltsleiter, der auch der Erzähler dieser Geschichte ist. Dieser fühlt sich John Kellingrath freundschaftlich verbunden – was auch erwidert wird -, hat er sich doch aus ähnlichen Gründen für ein Leben abseits der Gesellschaft entschieden.

Das Asyl zum obdachlosen Geist erschien bereits 1934 unter dem Titel Kellingrath, als Fortsetzungsroman. Die Handlung spielt 1890, eine Zeit der Umbrüche und einige der sozialen und politischen Ereignisse hat die Autorin mit der Handlung verflochten. Wie sie ohnehin den sozialen Umständen dieser Zeit Rechnung tut.

Die ersten Seiten lasen sich für mich ein wenig sperrig, es dauerte ein etwas, bis ich mich an den Schreibstil der Autorin gewöhnt hatte. Dann jedoch war ich gefangen und habe mit Begeisterung John Kellingraths Ringen mit sich und dem Leben verfolgt, nicht minder spannend ist übrigens die Entwicklung, die der Anstaltsleiter, der Erzähler, macht. Es ist kein fröhliches Buch und die Obdachlosigkeit aller Protagonst!nnen greift wahrlich ans Herz.

Erhellend auch das Nachwort von Evelyne Polt-Heinzel, in dem sie nicht nur über das vorliegende Buch schreibt, sondern auch über die Autorin und ihr Leben berichtet.

Die Autorin: Martina Wied (1882-1957)
Geb. am 10.12.1882 in Wien, gest. am 25.1.1957 ebenda. Martina Weisl, geborene Schnabl, war eine Wiener Lyrikerin, Essayistin, Literaturkritikerin, Erzählerin und Dramenautorin. Bereits als Schülerin veröffentlichte sie ihre Gedichte unter dem Pseudonym Wied in Zeitschriften wie „Simplicissimus“ oder „Jugend“. 1910 heiratete sie den Chemiker Sigmund Weisl. Ab 1912 war sie Mitarbeiterin der Innsbrucker Kulturzeitschrift „Der Brenner“, 1924 bekam sie den Förderungspreis der Stadt Wien. 1936 erschien ihr erster Roman „Rauch über St. Florian“. Von 1939 bis 1947 lebte sie im Exil in Großbritannien, wo sie vier Romane schrieb, die allerdings erst nach ihrer Rückkehr nach Wien veröffentlicht wurden. 1952 erhielt sie als erste Frau den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur.

Fazit: Ein wundervolles Buch!

erschienen im Milena Verlag

Mein Kompass ist der Eigensinn – Grundlagen, Vorbilder & Nutzen. Ermutigung zum eigensinnigen Schreiben – Maria Almana

Mein Kompass ist der Eigensinn – Grundlagen, Vorbilder & Nutzen. Ermutigung zum eigensinnigen Schreiben, ist der erste Teil einer geplanten Trilogie von der Texthandwerkerin, Buchhebamme und Journalistin Maria Almana.

Mit diesem Buch schickt die Autorin ihre Leser!nnen auf eine Entdeckungsreise zum eigenen Sinn. Sie wirft Fragen auf, etwa: Wie entwickele ich Eigensinn? Wie lasse ich diesen in mein Schreiben einfließen. Wie trenne ich mich von dem Gedanken, dass Eigensinn mit Egoismus gleich zu setzen ist? Hierzu führt sie aus Literatur, Philosophie und Kunst Beispiele von Menschen an, die eigensinnig ihren Weg gegangen sind, wie etwa Hermann Hesse, Rene Descartes und Goethe, um nur einige zu nennen. Für Auflockerung sorgen Fragespiele und Aphorismen. Ob der Leser, die Leserin, nun munter hin und her springt und die Kapitel liest, die ihn oder sie, besonders ansprechen oder das Buch von Vorne bis Hinten liest, ist hierbei unerheblich. Es wird in jeden Fall bereichern und helfen die eigene Stimme zu finden. Auch ist es ein Plädoyer fürs Selbstpublishing. Die Autorin zeigt deutlich, dass diese Form der Veröffentlichung mehr Kreativität und Eigensinn zulässt, als es im Rahmen eines traditionellen Verlages möglich wäre. Doch sie betont auch die Wichtigkeit der Qualität. Mein Kompass ist der Eigensinn ist hierfür ein gutes Beispiel. Das Buch ist gut lektoriert und strukturiert, es hat ein originelles Cover, das sofort anspricht und es ist, wie sollte es bei dem Titel auch anders sein, eigensinnig.

Eine wahre Freundin von William Boyle – Übersetzerin: Andrea Stumpf

Rena Ruggiero lebt seit der Ermordung ihres Mannes allein in Brooklyn. „Gentle“ Vic, hatte für die Mafia gearbeitet und eines Tages, war er auf der Veranda seines Hauses erschossen worden. Renas Leben verläuft ruhig, sie betrauert Vic und dass ihre Tochter Adrienne den Kontakt abgebrochen hat und ihrer Tochter Lucia ebenfalls verbietet die Großmutter zu sehen. So hätte Renas Leben weiter vor sich hindümpeln können, wenn nicht eines Tages ihr 80zig-jähriger Nachbar Enzio zudringlich geworden wäre. Der Gute kommz gar nicht auf die Idee, dass Rena keinen Sex will. Als der geriatrische Don Juan nicht begreift, dass Nein Nein heißt, zieht Rena ihm einen recht stabilen Glasaschenbecher über den Schädel. Er fällt um, sie glaubt er ist tot, gerät in Panik und flieht in seinem Chevy Impala zu Adrienne, die schmeisst sie raus. Deren Nachbarin Wolfstein, ein ehemaliger Pornostar, bekannt als Luscious Lacy, lädt die verstörte Rena zu sich ein. Kurz darauf flieht Lucia zu ihrer Großmutter, weil sie nicht mit ihrer Mutter und deren Mafiafreund, der gerade seine Kumpel gelinkt hat, aus New York fort will. Schließlich treffen sich alle in Wolfsteins Haus, wo sich mittlerweile auch ein ehemaliger Lover von Wolfstein eingefunden hat, der droht sich oder vielleicht auch jemand anders umzubringen. Schließlich exkaliert die Situation und plötzlich befinden sich Rena, Wolfstein und Lucia mit einer halben Million Dollar im Kofferraum, auf der Flucht vor der Mafia.

Srewball Noir nennt William Boyle seinen Krimi und so einige Szenen, besonders die in Wolfsteins Haus, wo es zu diversen Gewaltausbrüchen und Toten kommt, kann man sich beim Lesen wunderbar als Film vorstellen. Die absurden Dialoge und die schrägen Charaktere sind einfach wundervoll und treiben dem Leser, der Leserin die Lachtränen in die Augen, um kurz darauf den Atem anzuhalten und zu denken: Moment Mal, da schlägt gerade jemand jemanden mit einem Hammer tot.

Um noch etwas zu den Charakteren zu sagen, die nur auf den ersten Blick stereotyp wirken, Rena, die Gangstergattin, die Zeit ihrer Ehe verdrängt hat, dass ihr Mann sein Geld damit verdient anderen die Knochen zu brechen oder sie zu ermorden, scheint nur oberflächlich die ruhige graue Maus zu sein. Sie hat eine ausgesprochen rebellische Seite, die sich sehr deutlich zeigt, als ihr Enzios Avancen zuwider sind. Wolfstein, scheint zuerst das Genre Nutte mit Herz zu verkörpern, doch auch das wäre zu kurz gefasst. Alle Charaktere haben Tiefe und eine Geschichte und sie sind trotz diverser Verletzungen zu Freundschaft fähig.

Fazit: Tolles Buch

Die Abenteuer des Apollo – Die Gruft des Tyrannen von Rick Riordan, Übersetzerin: Gabriele Haefs

Schon seit der Percy Jackson Reihe lese ich Rick Riordan und bin immer noch entzückt, von seiner Fantasie, von seinem Wissen und von dem, mittlerweile von so einigen Autor!nnen, kopierten Erzählton.

Die Abenteuer des Apollo – die Gruft des Tyrannen, ist der 4. Teil – beginnen damit, dass der Gott Apollo dummerweise seinen Vater Zeus verärgert hat, worauf hin dieser ihn kurzerhand vom Olymp verbannt. Doch nicht nur das, Apollo heißt nun Lester Papadopoulos, steckt im Körper eines 16-jährigen übergewichtigen, pickeligen Teenagers und ist sterblich. Ein besonders schwerer Schlag ist für ihn, dass Zeus ihm Meg McCaffrey an die Seite stellt, eine 12-jährige Halbgöttin, deren Befehlen er sich beugen muss. Nicht die schönste Zeit für den Schönling Apollo zu Mal er so einige haarige Abenteuer zu bestehen hat. Römische Kaiser haben alle Orakel in gebracht und die gilt es zu befreien. Im vierten Band soll er die kumänische Sybille befreien und das Triumvirat aufhalten. Die unsterblichen römischen Kaiser Caligula, Commodorus und Tarquin haben sich zusammengeschlossen und wollen die Weltherrschaft erringen. Auch Camp Jupiter, dem römischen Pendant zu Percy Jacksons Camp Halbblut, droht Gefahr und die gilt es abzuwenden, bevor es weitergeht, um das letzte Orakel zu befreien und Apollo hoffentlich wieder in Ehren auf dem Olymp aufgenommen wird.

Rick Riordan versteht es wunderbar, alten Göttersagen neues Leben einzuhauchen. Besonders durch die heutige Erzählweise, den Humor und die irren Geschichten, schafft er es Wissen zu vermitteln und gleichzeitig zu unterhalten.

Paradies City von Zoë Beck

In einer nicht allzu fernen Zukunft, gestaltet sich das Leben gar nicht so schlecht, sofern mensch sich der totalen Überwachung ausliefert und in einer Megacity lebt. Frankfurt am Main ist nun Hauptstadt. Hitzewellen und Stürme sind Alltag geworden. Wer sich nicht der Überwachung aussetzen will, gehört zu den Paralellen und wird ins Abseits gedrängt und lebt als Selbstversorger und wird nicht von KOS, dem Gesundheitsüberwachungs-system erfasst. Die Presse ist größtenteils verstaatlicht und nur noch vereinzelte kleine Agenturen, überpüfen die offiziellen Pressemeldungen und decken Lügen auf. Gallus ist so eine Agentur und für diese arbeitet Liina. Eines Tages wird Liina nun von einer aufregenden Ermittlung abgezogen und von ihrem Chef in die Walachei geschickt, um eine nullachtfünfzehn Meldung zu überprüfen. Eine Frau soll an einem Schakalbiss gestorben sein. Liina ist sauer auf ihren Chef Yassin. Als sie zurück in die Hauptstadt kommt, ist Yassin tot, hat angeblich Selbstmord begannen, was mehr als unwahrscheinlich ist. Als dann auch noch die Informantin tot aufgefunden wird, mit der Yassin zuletzt Kontakt hatte, beginnen Liina und das verbliebene Gallus-Team zu ermitteln, nur stellen sie schnell fest, dass niemanden wirklich zu trauen ist.

Zoë Beck gehört ganz sicher zu den interessantesten Krimiautor!nnen unserer Zeit. Die Fragen die sie aufwirft sind topaktuell. Wie bereit sind wir unsere Freiheit einschränken zu lassen? Wie willig begeben wir uns in die Überwachung? Wie gehen wir mit Informationen um? Sicher gibt Paradies City keine Antworten, aber es regt zum Nachdenken an, mal ganz abgesehen von einem spannenden, souverän erzähltem Krimiplot.

Der Deutschlandfunk hat ein Interview mit der Autorin geführt:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/zoe-beck-ueber-ihren-roman-paradise-city-deutschland-nach.1270.de.html?dram%3Aarticle_id=479098&fbclid=IwAR3uEmB4OEXDnn45JptKsPlaviT3Fkrj9bpj7tY1v8AGooD93EzdqaPXu8I

Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens von Richard David Precht

Meine Rezension bezieht sich auf das Hörbuch:

In diesem Essay sinniert Richard David Precht über die Entwicklung von künstlicher Intelligenz, über ihren Sinn, ob sie wirklich zur Optimierung der Menschheit beiträgt. Wie es mit dem Traum steht, Mensch und Maschine zu verschmelzen. Welchen Nutzen selbstfahrende Autos haben und wie es um den Traum steht, Maschinen mit Moral auszustatten. Vor allem geht es darum, was bedeutet diese zunehmende Technisierung und Digitalisierung für den Menschen. Wieso widmen wir uns der Technisierung mit so einer Hingabe und glauben, daran die Lösung all unserer bestehenden Probleme zu finden, statt uns auf den Klimaschutz kümmern und uns an die Gestaltung einer Welt zu machen, die auch künftigen Generationen ein lebenswertes Leben ermöglicht.

Über dieses Buch (Hörbuch) bin ich hocherfreut. Richard David Precht versteht es wunderbar, komplexe Themen verständlich abzuhandeln und dies ist ein Thema, das mich seit einiger Zeit massiv umtreibt. Danke dafür.

Die Asche des Tages von Máirtín Ó Cadhain – Übersetzung aus dem Irischen: Gabriele Haefs

Als der Beamte N. die Nachricht erhält, dass seine Frau gestorben ist, ist es natürlich klar, dass er seinen Arbeitsplatz verlassen, sich nach Hause begeben und sich um die Beerdigung kümmern muss. Doch zu Hause warten die Schwestern seiner Frau, sehr unangenehme Zeitgenosseninnen. So beschließt er sich erst einmal im Pub zu stärken und sich Hilfe für die Beschaffung eines Sarges bei einem Freund zu holen. Nach dem das nicht so klappt, beschließt er nun aber wirklich nach Hause zu gehen, doch dann lockt ein Geschäft, in dem ihm die Brieftasche gestohlen wird, nun also ist er auch noch ohne Geld. An verschiedenen Stellen sucht er Rat, möchte den Weg nach Hause finden, aber dann halt doch nicht. Immer wenn er einer Lösung nahe scheint, beginnt er die andere Seite zu beleuchten und weiter geht sein Weg durch die Nacht. N. ist unfähig sich seiner Trauer zu stellen, ist unfähig sich zu entscheiden und stellt in dieser Nacht sein Leben wie es bisher war in Frage.

Sympathisch wird einem der Protagonist dieses wundervollen Buches nicht, auch wenn man ihn bemitleidet und ihn am Liebsten an die Hand nehmen würde und nach Hause bringen. Doch sicher würde er auch gegen so eine Begleitung Argumente finden.

Ó Cadhain versteht es wunderbar uns in die Gedanken dieses Prokrastinierers par execellence mitzunehmen und gleichzeitig ein Bild irischen Lebens zu zeichnen. In einem kafkaesken Gedankenstrom fließt, tiefe Traurigkeit gepaart mit Skurilität und Humor dahin.

Máirtín Ó Cadhain (*1906 – 1970) schrieb auf irisch und gilt als Erneuerer der irischen Literatur. Er war Lehrer, bis er sich 1927 der IRA anschloss, 1940 wurde er verhaftet und ins Internierungslager Curragh Camp gebracht. Später arbeite er als Autor und Übersetzer in Dublin. Im Kröner Verlag sind auch Der Schlüssel und Grabgeflüster erschienen. Die Asche des Tages ist das letzte Buch dieses Autors. Alle drei Bücher wurden von Gabriele Haefs übersetzt.

Das Urlaubslesebuch 2020 – Hersg. Karoline Adler

Das dtv Urlaubslesebuch, Herausgegeben von Karoline Adler, ist mittlerweile schon Tradition und ich freue mich jedes Jahr darauf. Auch diesmal ist wieder eine feine Mischung gelungen. Es ist zum Teil ein Treffen mit alten Freunden, wie Ingvar Ambjörnsen, der mit Der Kirschbaum eine feine Geschichte über Verletzlichkeit und wie trügerisch unsere Wahrnehmung sein kann, beigesteuert hat und T. C. Boyle, der sich in der Geschichte 62 Gedanken macht, wie die Fragen vor der 62ten lauten müssten. Besonders allerdings hat mich gefreut eine Autorin zu entdecken, von der ich noch nichts gelesen hatte. Aus dem einfachen Grunde, weil Magdalene Thoresen a.) schon einige Zeit tot ist und b.) es bis auf der Geschichte In Hardanger nichts auf Deutsch gibt. Zum Glück aber, gibt es so umtriebige Übersetzer!nnen, wie Gabriele Haefs, die immer wieder Autor!nnen aufstöbern, deren Texte von zeitloser Schönheit sind.

Fazit: Ein feines Buch.

Hier schreibt die Übersetzerin zu Magdalene Thoresen: